Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Moderator: Admine

Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Beitragvon S T E F F I » 6. Aug 2010, 13:55

Eine zentimeterhohe Gülle-Decke überschwemmt den Hof, Kühe stehen in ihren eigenen Exkrementen,
einige Meter entfernt liegen tote Kälber – achtlos weggeworfen – sie verwesen. Wochenlang!

Den „Horrorhof von Datzetal“ nennt die Tierrechtsorganisation PETA den Milchkuhhaltungsbetrieb
des Landwirts Klaus H. in Mecklenburg-Vorpommern,
gegen den sie nun Anzeige erstattet hat und ein Tierhalteverbot fordert.


Vorwurf: Massive und langjährige Tiermisshandlung, Hygieneprobleme, illegale Schlachtung –
all das können Sie oben im von PETA gedrehten Undercover-Video sehen.
Angeblich werden die 150 Kühe, Kälber und Jungrinder dort täglich mit Stangen
und Holzlatten in den Melkstand geprügelt oder von den Weiden gehetzt.
Laut PETA wurde bereits 2008 einer der Arbeiter wegen solcher Quälereien verurteilt
(Az.: 833 VRs 8004/08 StA Neubrandenburg).
Mitarbeiter eines benachbarten Tierheimes beobachten diese Zustände seit Jahren,
dokumentierten diese, informierten Behörden.
Die Amtstierärztin kam, verteilte Anordnungen,
Veränderungen gab es jedoch kaum,
der Bauernverband spricht lediglich von einem „Einzelfall“.

Skandal: Der Betrieb produziert für die Großmolkerei Humana Milchunion
(stellt u.a. Babynahrung her), bekam seit 2007 schon mehr als 196 722 Euro EU-Subventionen.

WAS SAGT HUMANA ZU DEN VORWÜRFEN?

Inga Schaumann, Leiterin Kommunikation: „Humana ist aufgrund der Lieferbeziehungen
mit dem Landwirt nicht berechtigt, tierschutzrechtlich einzugreifen.
Dies obliegt den zuständigen Überwachungs- und Strafverfolgungsbehörden.
Wir haben dennoch entschieden, die Rohmilch des Erzeugers einstweilen nicht zu verarbeiten.
Darüber hinaus wird in Abstimmung mit dem zuständigen Veterinäramt geprüft,
ob der Lieferant von der Milchanlieferung dauerhaft oder vorübergehend ausgeschlossen werden kann.“

ERHÄLT DER BETRIEB NOCH EU-SUBVENTIONEN?

PETA-Berater Dr. Edmund Haferbeck: „Ja, auch im laufenden Jahr werden Subventionen gezahlt,
die Höhe wissen wir noch nicht. Wir haben an die EU geschrieben, um diese Zahlungen sofort einfrieren zu lassen.“

PETA stellte übrigens auch Strafanzeige gegen die verantwortlichen Behörden
(Veterinäramt Mecklenburg-Neustrelitz und Landwirtschaftsministerium Schwerin),
da diese die Tierquälerei laut Aussagen der Nachbarn über zehn Jahre lang geduldet haben.

WAS SAGT LANDWIRT KLAUS H.?

Klaus H. zu BILD.de: „Das stimmt alles nicht, ich werde von diesen Leuten wie ein Mörder dargestellt.
Die Tierärztin war hier, hat alles begutachtet. Der Hof ist sauber.
Ja, im Februar ist mir ein Dach unter der Schneelast eingestürzt, hat zwei Kühe erschlagen.
Aber bei mir wird keine Kuh geschlagen, ich treibe sie langsam morgens auf und abends von der Weide,
dafür ist je eine Stunde Zeit. Neue Kühe kennen den Weg noch nicht, da müssen wir nachhelfen –
entweder, indem wir sie mit dem Trecker einengen oder mit weißen Bändern die Richtung weisen.“

Mitarbeiter Stefan Bröckling war im Mai/Juni 2010 auf dem Horrorhof, um ein Undercover-Video zu drehen.

Video Der Horrorhof - Klick-Hier (für Starke Nerven)

Bilder vom Horrorhof

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Gedärme: Hier hat wahrscheinlich eine illegale Schlachtung stattgefunden

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Dieses tote Kalb verwest im Stall anstatt ordnungsgemäß entsorgt zu werden

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Ein Großteil des Hofes ist mit Gülle überschwemmt

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Der Bereich, in dem sich die Tiere bewegen, ist mit Gülle überschwemmt.
Immer wieder machten Nachbarn auf die Problematik aufmerksam,
gingen sogar bis zum Landwirtschaftsministerium

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Der ganze Hof ist dreckig, Gülleberge türmen sich meterhoch,
die Wege sind weder sauber noch rutschfrei – obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist

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Gefährlich: Die Kühe rasten unter dem eingestürzten Dach

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Ein etwas älteres Bild, auf dem das Dach noch intakt ist.
Davor ist eine Kuh zu sehen, die seit Tagen festliegt und nicht mehr aufstehen kann

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Der verletzten Kuh wird nicht geholfen.
Sie bleibt in der Gülle liegen, versinkt fast darin

Im BILD.de-Interview (Kasten links) erklärt er, wie er den „Horrorhof“ erlebte,
warum es in Deutschland keine glücklichen Kühe gibt und wie Verbraucher absichtlich belogen werden:

Stefan Bröckling von PETA im Interview

Was war Ihr erster Gedanke beim Anblick des Hofes?
„Als ich aus dem Auto stieg, dachte ich, ich fall´ hinten über. Es war ein unwahrscheinlicher Gestank,
das Gesamtbild erschreckend. Der Hofboden war voller Gülle. Ich fand den Kopf eines toten Kalbes im Schweinestall,
es lag schon mindestens vier Wochen dort, war mumifiziert. Andere tote Kälber vermodern wochenlang im Bullenstall.
Ich ziehe meinen Hut vor den Nachbarn des Hofes, die so mutig sind und in so einer kleinen Dorfgemeinschaft
(unter 200 Einwohner) den Mund aufmachen. Sie machten u.a.
Fotos von Kalb-Überresten im Heu und fanden Hinweise auf eine illegale Schlachtung.“

Hat sich auf dem Hof etwas getan seit dem Sommer?
„Die Gülle wurde etwas beiseite geräumt, der Hund liegt nicht mehr an der Kette, sondern sitzt in einem Zwinger.
Auf der Wiese gibt es mehr Tränken – vorher gab es nur einen Bach mit einem steilen, gefährlichen Zugang.
Ob die Tränken täglich gefüllt werden, wissen wir aber nicht. An den Prügelattacken hat sich jedoch nichts geändert.“

Ihr Video ist nicht mit Einverständnis von Klaus H. entstanden....
„Nein, ich habe den Hof und die offenen Ställe betreten, ohne zu fragen, das ist richtig.
Genau genommen habe ich Hausfriedensbruch begangen, das mache ich seit 17 Jahren so.
Das, was ich vorfand, wiegt jedoch nach meiner Einschätzung viel schwerer,
es geht nicht nur um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz,
sondern ich decke auch Fälle von Verbrauchertäuschung auf.
Der Besitzer hat jedenfalls keine Anzeige erstattet.“

Kann man überhaupt guten Gewissens Kuhmilch trinken?
„Das muss jeder selbst entscheiden.
Aber in Deutschland gibt es keine glücklichen Kühe,
das muss jedem klar sein.“

Warum nicht?
„Kühe geben nur Milch, wenn sie Kälber bekommen. Da die Milch aber nicht für die Jungtiere,
sondern den Endverbraucher bestimmt ist, bekommen sie die Kälber am ersten Tag nach der Geburt weggenommen.
Jedes Jahr passiert das aufs Neue! Die Mütter schreien nach ihren (in Einzelboxen eingesperrten) Jungtieren –
andersrum genauso. Das ist leider legal und findet in jedem konventionellen Milchbetrieb so statt.“

Ist so eine Tierhaltung Verbrauchertäuschung?
„Jeder Bereich der kommerziellen Tierhaltung ist eine Lüge.
Ich war auf Bio-Hühnerfarmen, wo schlimmere Zustände als in Legehennenbatterien herrschten.
Das Bio-Siegel wird an Betriebe vergeben, die ihren Tieren keinen Auslauf bieten
oder auf einer zu kleinen Fläche halten.
Landwirte, die sagen „Die Tiere fühlen sich hier wohl, sonst würden sie keinen Ertrag bringen“ lügen –
ich selbst habe gesehen, wie dort Tiere 24 Stunden am Tag auf Wände starren,
auf toten Artgenossen rumlaufen, sich gegenseitig anfressen.
Das Bild von der glücklichen Kuh auf der Weide,
das dem Verbraucher vermittelt wird, ist reine Verbrauchertäuschung.“


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Re: Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Beitragvon Lotte » 6. Aug 2010, 21:05

Oh man echt schrecklich...
Die stehen ja echt Knietief in der Sch*** und so... Wie kann man nur auf solche Ideen kommen?
Da find ich es jetzt noch schrecklicher das bei uns letzten Winter immer wieder die Amtstierärzte waren (eine gewisse Frau aus der Umgebung hat nichts zu tun und ist auch einfachso auf die Wiese und hat irgendwelches Zeugs gefüttert, natürlich auch dann bei den Institutionen angerufen) die hätten zu der Zeit echt bei wichtigeren Sachen sein können, zumal sie Mal für Mal immer wieder nur bestätigen konnten das alles okay ist (behauptungen: Knietief in der sch*** -> haben aber 2-3 mal am Tag Äppel weggemacht, war aber Matschig auf der Wiese, kein Fressen (24h Heu) zu Kalt (Ponys -> Winter gewohnt -> keiner hatte nur irgendnen Schnupfen/ne laufende Nase, die anderen beiden die eher dünnes Fell hatten hatten ne Decke auf) Naja und so weiter... Echt mal da treiben sich die Ämter da rum, wo alles okay ist anstatt sich mal richtig um so Leute zu kümmern. Versteh einer mal diese Welt...
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Re: Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Beitragvon S T E F F I » 7. Aug 2010, 08:03

Genau so sieht es aus... für KLEINIGKEITEN haben die Zeit.

Aber für solche Fälle, KEINE ZEIT, da kann einen echt die Hutschnur platzen!!!

Und den Landwirt müsste man auch [smilie=ball.eyes022.gif]
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Re: Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Beitragvon Skydevil83 » 7. Aug 2010, 11:08

Irgs - wie schrecklich [smilie=ball.eyes035.gif] ... manche Leute sollte man echt versenken.
Hab letztens auch was grauenvolles verfolgt - eine 6 jährige Stute um die sich niemand gekümmert hat, ihre Hufe waren schon nach oben gebogen - das sah aus wie Aladin´s Schuhe!Total grausam, sie war abgemaggert und konnte schon nicht mehr aufstehen. Wurde dann zwar gerettet und von netten Leuten wieder gepäppelt - aber letztenendlich musste man sich dafür entscheiden das man sie gehen lassen musste.Sie kam hinterher gar nicht mehr hoch, ihre Beine machten das nicht mit - sie war einfach zu schwach.
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Re: Die armen Tiere vom „Horrorhof Datzetal“

Beitragvon S T E F F I » 7. Aug 2010, 11:45

ohjeeee... aber zum Glück hat es die Stute nochmal gut gehabt.

So ähnlich erging es meinerr Irisch Tinker Stute Monika.
Sie wurde vom Vorbesitzer als Gebährmaschine gehalten.
Jedes Jahr ein Fohlen, egal wie.
Als Moni dann Mauke... bekam,
nicht mehr Tragend wurde,
war ihm die Stute egal.

Ich und meine Freundin retteten Moni.
Sie hatte noch ein paar schon Monate.
Sie starb dann an plötzlichen Herzversagen.
Eine Nacht hat mein Tierarzt gekrämpft.
Aber wir haben den Kampf verloren.

Traurig, was manche Mensche ihren Tieren antuen.
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